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Pflanzenöle (Gesichtsöle) für Männer. Erfahrungen

Gesichtsöle/Hautöle für Männer

Vorwort:

“Meine lieben Damen,” Sie so anzusprechen wäre aus meiner Sicht etwas altmodisch. “Liebe Mädels” kommt selbst in einem persönlichen Blog etwas anmaßend rüber. Nichtsdestotrotz verwenden wir modernen Digital Natives der ersten Generation lieber das “Du” als veraltete Höflichkeitsformen, und sei es nur aus dem Grund, uns von den vorangegangen Generationen zu unterscheiden.

Also… liebe LeserIn! Nach monatelanger Erduldung (beinahe) aller kosmetischen Experimente möchte ich als Ehemann der Autorin hier auch einmal über meine Erfahrungen mit Pflanzenölen in Sachen Haut- und Haarpflege berichten.

Als Techniker versuche ich immer möglichst voreingenommen und objektiv an eine Sache heranzugehen, weshalb es nicht leicht sein wird für Rizinusöl und Co., die in sie gesteckten Erwartungen zu erfüllen. Da es sich hier um Dinge und keine Personen handelt, ist es vollkommen in Ordnung, etwas zu erwarten.

Erfahrung mit Pflanzenölen in der Hautpflege aus männlicher Sicht

Zum Glück kein Tabu mehr, wie zu meines Großvaters Zeiten, ist “Kosmetik für Männer” in unserer Zeit.

Mann schämt sich nicht mehr, nach der Rasur lieber etwas Balsam anstatt höllisch brennender, die Haut austrocknende Rasierwasser aufzutragen. Ich achte schon sehr lange bei dem, was ich in mich hineinstopfe, sprich Ernährung, und mittlerweile auch bei der Körperpflege, darauf, möglichst keine industriell verarbeiteten Produkte zu verwenden. So war es naheliegend, meine Haut mit unbehandelten Pflanzenölen zu versorgen.

“Weil meine Frau es gesagt hat” war natürlich auch ein überzeugendes Argument:)

Kokosöl für Männer? Meine Erfahrung

Mischungen für Hautöle (Gesichtsöle und Körperöle) selbst zusammenstellen: Der Fettsäuren-Rechner hilft dir, die optimale Kombination von Fettsäuren für den jeweiligen Hauttyp zu finden.

Nicht ohne Grund findet man zum Kokosöl in der Kosmetik, wie bei kaum einem anderen Naturprodukt, so widersprüchliche Meinungen. Die Einen schwören darauf, sei es vom frittieren der Pommes über Haarmasken und Hautpflege wie auch bei der Nagelpflege. Dann gibt es kritische Stimmen, die dieses Öl, auch Kokosfett genannt, regelrecht verteufeln. “Die Anderen” eben, denn beinahe fanatisch werden die Diskussionen hier mancherorts geführt.

Nach einigen Monaten - oder sind es bereits Jahre? - Erfahrung mit Kokosöl in der Hautpflege, als Haarmaske und in der Fußpflege, zähle ich mich selbst wohl zu den kritischen Befürwortern.

Komedogen ist es, ja! Der austrocknende wie unter Umständen auch Poren verstopfende Effekt muss aber nicht immer von Nachteil sein, Mann wie auch Frau sollte sich dessen einfach bewusst sein. Allein deshalb kann ich den wohl zumindest auf einem Auge blinden Befürwortern nicht so recht glauben, wenn sie von einer “feuchtigkeitsspendenden” Wirkung des Kokosöls schwärmen. Die ersten Versuche meiner Frau, das von der Kokosnuss gewonnene Öl in Feuchtigkeitscremes zu verwenden, waren, gelinde gesagt, keine gute Idee.

Kokosöl alleine hat bei mir einen stark austrocknenden Effekt, all die tollen Fettsäuren, Vitamine und anderen für die Haut wertvollen Inhaltsstoffe können darüber nicht hinwegtäuschen.

Fazit: Nur mit anderen Ölen bzw. Fetten kombinieren, bzw. bei purer Verwendung nur für Käsefüße und vielleicht schwitzige Hände empfehlenswert. Kokosöl als Haarmaske - davon musste ich auch einige Prozeduren ertragen: Klingt absurd, aber für stark fettende Kopfhaut scheint es eine ausgleichende Wirkung zu haben. Stichwort: Schuppen.

Kokosöl als Fußbalsam - als Mann steckt man oft den ganzen Tag in Schuhen. Beim Sport, an heißen Sommertagen usw. unterbindet es - einfach pur aufgetragen - die Schweißbildung und die Füße fühlen sich langanhaltend geschmeidig an. Ich verwende es nach wie vor regelmäßig, weshalb mir mein Schatz immer einen kleinen Tiegel mit Kokosfett bereitstellt. Es ist leicht aufzutragen und schmilzt (Kokosfett wird zu Kokosöl) erst bei der Anwendung.

Rizinusöl für die Haare/Augenbrauen

Auch wenn einige unserer Großmütter angeblich auf seine verdauungsfördernde Wirkung geschworen haben mögen. Bei aller Liebe zu meiner Frau - zur Einnahme von dem Zeug bringt sie mich nicht, hat es auch gar nicht weiter versucht!

“Rizinusöl fördert das Haarwachstum”. Na das klingt ja mal interessant! Nicht dass ich es nötig hätte, aber etwas dichtere Augenbrauen könnte ich schon ertragen:)

Also 2 mal täglich Rizinusöl auf die Augenbrauen aufgetragen, natürlich konsequent über mehr als 5 Wochen.

Ergebnis mit “Vorher - Nachher” Nahaufnahmen belegt.

1:

Ergebnis Rizinusöl für Augenbrauen

2:

Rizinusöl für Augenbrauen: vorher, nachher

Schon bei den ersten Anwendungen sehen die Augenbrauen fülliger aus, Betonung auf “sehen dichter aus”.

Nach 5 Wochen der erste objektive Fotovergleich zeigt aber keinen sichtbaren Unterschied, außer einem satteren Schwarz der Augenbrauen. Ein einfacher Augenbrauenstift hätte es wohl auch getan - na gut, so aufwändig war das Auftragen vom Rizinusöl mit Wattestäbchen nun auch nicht. Prozedur aus “wissenschaftlichen Zwecken”, bzw. damit mein Spatz auch vernünftige Vergleichswerte hat, noch weitere 2 Wochen beibehalten. Auch die abschließenden Vergleiche nach 5 Wochen zeigten bei mir keinen “verstärkten Haarwuchs”. Oder doch… Was meinst du dazu?

Fazit: Als Pflege für die Haare mag Rizinusöl bestimmt seine Berechtigung haben, wird es aufgrund seiner Inhaltsstoffe doch auch einigen industriellen Kosmetika zugesetzt. Ob es den Haarwuchs anregt, wie einige Quellen im Internet behaupten, bezweifle ich nach meinem mehrwöchigen Selbstversuch. Vielleicht hat es auch was mit der Qualität der jeweiligen Marken zu tun.

Aftershave Öl: Gesichtsöl oder Traubenkernöl

Brennende Rasierwasser aus hochprozentigem waren noch nie mein Fall. Auch die stark parfümierten Balsame konnten mich trotz angenehmeren Hautgefühl nach der Nassrasur nicht so recht zufrieden stellen. Zugegeben, ja ich bin mittlerweile sehr verwöhnt, was Männerkosmetik betrifft.

Diese Mischung aus Pflanzenölen, die meine Frau nun wöchentlich frisch für mich (und wohl auch für sich selbst, so schnell wie der Tiegel leer ist) bereitet, hat sämtliche Hautirritationen nach der Rasur verschwinden lassen. Das Rezept dieses Gesichtsöles findest du hier.

Als Nassrasierer kennt Mann das Gefühl von brennender Haut im Halsbereich, Rötungen an den sensiblen Stellen und dem unangenehmen Gefühl, wenn du dann noch etwas Irritierendes auf die bereits durch die Rasur strapazierte Haut auftragen solltest. Die Pflanzenölmischung (benannt “Number One”), die mich nun mit Freude zum Rasierer greifen lässt, möchte ich nicht mehr missen.

Das Fazit erübrigt sich hier: Leicht anzuwenden, super angenehmes Hautgefühl und verfeinert sogar die Poren. Keine Irritationen mehr nach der Nassrasur und auch die leichten Rötungen unter dem Hals sind nicht wieder aufgetreten.

Anwendung:

Falls genug Zeit bleibt, warte ich nach der Rasur einige Minuten, befeuchte dann das Gesicht mit lauwarmen Wasser und trage das Aftershave Öl sparsam auf die leicht feuchte Haut auf. Ein eventuell verbleibender Ölfilm sollte nach einigen Minuten verstrichen oder abgetupft werden, damit die Poren nicht verstopfen.

Wenn ich manchmal Pausen mache (ätherische Öle sollte man jede 3 bis 4 Wochen für eine Woche pausieren) nehme ich reines Traubenkernöl als After-Shave-Öl. Dies eher die Variante für Männer, die an Akne leiden, ist aber auch für normale und trockene Haut sehr gut (enthält viel Linolsäure - siehe Tabelle mit Omega-3/Omega-6-Fettsäuren).

Pflanzenöle (selbstgemachte Gesichtsöle) als Aftershave - in der richtigen Mischung ein (Männer-)Traum!

Pflanzenöle und ökologische Aspekte

Was ich bei dieser Gelegenheit noch loswerden wollte - meine Sicht der Problematik von Palmöl-Plantagen und so weiter.

Liebe Freunde der Naturkosmetik! Die unbestritten positiven Effekte richtig eingesetzter pflanzlicher Öle in der Kosmetik wie auch Ernährung haben ihre Schattenseiten für unsere Umwelt. Abholzung von Regenwäldern, dem Lebensraum vieler bereits bedrohter Arten, industrieller Ausbeutung von Ressourcen und Arbeitskräften...

Es liegt in unserer Hand, woher wir was beziehen. Für uns, Konsumenten der “westlichen Welt”, ist es kein großer Aufwand, nachzuforschen, woher die Rohstoffe, sprich Kokosöl, Palmöl und die anderen Exoten, stammen, und von wem und unter welchen Bedingungen sie verarbeitet wurden.

Mein Appell also: Nicht am falschen Ende sparen, dann kann man auch diese Rohstoffe mit ruhigem Gewissen möglichst nachhaltig konsumieren!

Schlusswort:

Ich hoffe, du hattest beim Lesen genauso viel Freude wie ich beim Verfassen dieses “Gastartikels” und nutzt die Kommentarfunktion am Ende des Artikels. Bei entsprechender Resonanz wirst du bald wieder von mir lesen. Danke!

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