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Creme aus Bienenwachs selber machen: Rezept für Anfänger

Warum ist diese Creme zum Selbermachen für Anfänger? Natürlich ist sie für alle geeignet, doch eine Creme selber zu machen ist nicht so trivial wie man denken mag”. Das Schwierigste im Thema “Creme kochen” ist das Wasser bzw. den Ölanteil mit dem Wasseranteil richtig zu dosieren und zu vermischen. Noch schwieriger wird es, wenn zusätzliche Komponenten dazu kommen: dann können chemische Reaktionen entstehen und einige Vorgänge müssen in der richtigen Reihenfolge bzw. parallel oder separat, in perfekter Relation oder bei bestimmter Temperatur durchgeführt werden. Eine selbstgemachte Creme ohne Wasser und Konservierungsstoffe ist also ideal für den guten Start!

Ich verwende seit knapp 6 Monaten Öle statt Gesichtscremes und Bodylotions und habe nun genug Erfahrung, um zu sagen, dass ich ohne fertige Cremes aus dem Shop gut leben kann. Ab und zu habe ich auch Lust auf Experimente und mische verschieden Öle zusammen, um die optimale Zusammensetzung zu erhalten (verschiedene Öle beinhalten unterschiedliche Säuren und Vitamine).

Einmal kochte ich eine gute Creme. Gelungen! Ziemlich fett, aber so war der Plan. Eigentlich ist sie keine echte Creme (obwohl einige so sagen), da eine Creme immer aus Wasser-, Ölphase und Emulgator besteht. Meine besteht nur aus einer Fettphase (pflanzliche Öle plus Bienenwachs (Beeswax). Rein fachlich gesehen ist es eine Salbe. Besonders für trockene bis sehr trockene, raue Haut ist dieses Rezept eine echte Entdeckung!

Einige wichtigen Punkte, bevor wir mit dem Rezept der Creme zum Selbermachen anfangen...

Anwendung selbstgemachter Gesichtscremes

Was muss man über die Verwendung von dieser Hautcreme (Salbe oder Pflegebalsam) wissen? Da sie nur aus Fetten und Bienenwachs besteht, ist die Vorgehensweise gleich wie bei Ölen (Emulsion auf der Haut): zuerst die Haut feucht oder richtig nass machen (je nachdem, was Ihre Haut benötigt) und dann erst die Creme auftragen.

Sheabutter als wichtige (für mich) Komponente

Aus meinen vorherigen Beiträgen wissen Sie wahrscheinlich schon, dass Sheabutter eines meiner Lieblingsöle ist. Außerdem gilt Sheabutter selbst als ein guter Emulgator. Das heißt, man könnte später auch diese Ölphase mit Wasser verbinden. Es kann auch Kräuterwasser sein, Grüntee oder Thermalwasser...

Warum Bienenwachs?

Bienenwachs ist auch ein natürlicher Emulgator. Selbst für Cremes ohne Wasser braucht man etwas, was der Creme eine festere Struktur gibt und die Öle verbindet. Im Gegenfall bekämen wir nur eine Flüssigkeit aus Ölen.

Außerdem ist Bienenwachs sehr gesund für die Haut: so gesund, dass ich über die Eigenschaften und Nutzen von Bienenwachs einen eigenen Artikel schreiben möchte.

Mischungen für Hautöle (Gesichtsöle und Körperöle) selbst zusammenstellen: Der Fettsäuren-Rechner hilft dir, die optimale Kombination von Fettsäuren für den jeweiligen Hauttyp zu finden.

Dosierung des Bienenwachses in einer Creme:

  • Standarddosierung: 2 bis 5 %;
  • In der Zusammensetzung der Cremes: bis zu 5 %;
  • Für Lippenbalsame: bis zu 10 % vom Ölanteil.

In meiner Creme (siehe unten) ist der Anteil 4,57 %.

Haltbarkeit der selbstgemachten Bienenwachs-Creme

Cremes aus Bienenwachs und Ölen ohne Wasser (Salben) sind sehr lange haltbar. Das war noch ein riesige Plus für mich zugunsten der wasserlosen Creme. Im Kühlschrank (empfohlen!) hält sie laut Literatur bis zu 6 Monaten. Momentan steht meine Gesichtscreme schon seit knapp 5 Monaten im Kühlschrank und riecht bzw. sieht gleich aus wie am Anfang. Trotzdem sollte ich den Rest bald verbrauchen.

Wichtig: ich nahm die Creme bei Bedarf nicht aus der großen Cremedose, sondern füllte nur einen kleinen Behälter(30 ml) mit einem sauberen Löffel und lagerte dann diese Portion einige Tage bis 1 Woche bei Zimmertemperatur. So bleibt die “Hauptdose” bakterienfrei und länger haltbar.



Creme aus Sheabutter, Bienenwachs etc. selber machen: Rezept

  • Traubenkernöl: 120 Tropfen oder 11,2 g
  • Macadamia-Öl: 100 Tropfen oder 4,2 g
  • Arganöl: 100 Tropfen oder 4,7 g
  • Olivenöl: knapp ein Esslöffel oder 8,3 g
  • Weizenkeimöl: 100 Tropfen oder 5,3 g

Damit kommen wir aufs gesamte Gewicht von 33,7 g. Jetzt nehmen wir 30% von Sheabutter als Öl und Emulgator zugleich, nämlich 10,11 g.

Bienenwachs: 4 bis 5% von der Masse. Ich nahm genau 2,1 g (4,57%). Wenn Sie unsicher sind, nehmen Sie besser weniger als mehr. In Zukunft werden Sie die Rezeptur anpassen.

Zubereitung

  1. Mischen Sie alle Öle in einem Glas zusammen und stellen Sie die Masse weg.
  2. In ein anderes Glass gehört das Bienenwachs. Wenn es klumpen sollte, verreiben Sie es vorher. Ich hatte fertiges Bienenwachs für Kosmetik-Zubereitung gekauft: in Form von Pastillen, sehr bequem zu benutzen, da sie einzeln gezählt werden können.
  3. Erwärmen Sie das Wachs auf ca. 65 Grad im Wasserbad. Damit das Glas nicht zerbricht, legen Sie einen Baumwolltuch auf den Boden des Topfes, worin Sie das Glas mit dem Wachs platzieren.
  4. Parallel erwärmen Sie auch die Öle und anschließen führen Sie sie dem Bienenwachs zu.
  5. Schnell und gründlich rühren Sie die Masse, bis Sie eine gleichmäßige, cremige Konsistenz bekommen.
  6. Fertig ist die Creme! Nun muss sie nur bei Zimmertemperatur abgekühlt werden.

So sieht die fertige Winter-Creme aus:

Creme / Salbe aus Sheabutter und Bienenwachs selber machen

Zu einem Teil der Creme fügte ich Wasser hinzu (sehr gut vermischen) sowie ein Paar Tropfen des ätherischen Öls. Daraus entstand meine Handcreme für den Abend mit beruhigender Wirkung des BIO-Lavendelöls. Ein Foto davon:

Handcreme mit Lavendelöl

Falls die hausgemachte Creme zu flüssig ist, können Sie jetzt oder jederzeit später mehr Bienenwachs (wird fetter, mehr Film auf der Haut) oder Sheabutter (wird fetter, aber leichter von der Haut aufgenommen) zufügen. Natürlich muss man dann die Creme wieder aufwärmen.

Falls Sie in späterer Folge regelmäßig oder zumindest von Zeit zu Zeit Hautcremes oder Balsams / Salben selber machen werden, empfehle ich Ihnen, ein Set für Kosmetikherstellung zu kaufen. Je nach Marke und Set (Starter oder zum Beispiel Starterset groß) sind dort Gefäße, Pipetten, Messlöffel, Spatel, Thermometer, eine Waage, Bienenwachs, Öle oder sogar Rosenblüten und Kräuter enthalten.

Den Balsam können Sie als Winterpflege täglich verwenden (besonders bei windigem Wetter schützt er die Haut prima), aber auch im Sommer bei trockener Haut oder als Kur ein- bis dreimal wöchentlich. Viel Spaß damit und verwöhnen Sie Ihre Haut regelmäßig mit dieser Vitaminbombe!

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Kommentare (1)

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Neu
Marie Bascoulsagt...

Hallo! - Sehr interressiert hat mich Ihre "einfache" Creme bestehend aus Bienenwachs und Sheabutter, denn diese Inhaltstoffe befürworte ich selber sehr stark. - Nun finde ich alles mögliche - Traubenkernöl,Olivenöl etc. ... gefreut hätte ich mich über die einfache Dossierungsanleiting der beiden Zutaten .... Schade, oder habe ich etwas fasch verstanden ...

MfG Marie Bascoul

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Regular
sagt...

Hallo Marie, danke für dein Kommentar. Natürlich geht es hier um die Hauptbestände Bienenwachs und Sheabutter, die man auch alleine verwenden könnte.

Um eine ausgewogene Mischung der Fettsäuren bzw. Inhaltsstoffe zu erhalten, benötigt man oft noch weitere Zutaten, sprich Öle.

Du kannst auch aus diesen 2 Zutaten eine "Creme" bzw. Salbe bereiten, indem du:

- die benötigte Menge Sheabutter und 2 bis 5 % Bienewachs nimmst,

- langsam Wasser einrührst,

und zwar solange es sich noch gut mit der Masse verbindet.